Energie-Glossar: Batteriespeicher, Flexibilisierung & Energiemärkte verständlich erklärt
Die Energiewelt verändert sich rasant: Volatile Strompreise, erneuerbare Erzeugung, neue Marktmechanismen und regulatorische Vorgaben machen Begriffe wie Batteriespeicher, Flexibilisierung oder Regelenergie zunehmend relevant – aber oft schwer greifbar. Dieses Glossar erklärt zentrale Fachbegriffe rund um Energiespeicher, Energiemanagement und Strommärkte praxisnah und verständlich. Es richtet sich an Unternehmen, Landwirte, Kommunen und Anlagenbetreiber und legt den Fokus auf Anwendung, Wirtschaftlichkeit und konkreten Nutzen – von Eigenverbrauchsoptimierung und Notstrom bis hin zu Flexibilitätsvermarktung und Systemdienstleistungen.
§14a EnWG
Definition & Einordnung Der §14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) regelt den Umgang mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen im Stromnetz. Dazu zählen unter anderem Wärmepumpen, Wallboxen für Elektrofahrzeuge sowie Batteriespeicher. Ziel der Regelung ist es, Netzengpässe im Verteilnetz zu vermeiden und den Netzausbau durch
AC-Kopplung vs. DC-Kopplung
Grundprinzip und Einordnung Die Entscheidung zwischen AC-Kopplung und DC-Kopplung ist eine grundlegende Weichenstellung bei der Planung eines Batteriespeichersystems. Sie beschreibt, auf welcher elektrischen Seite – Wechselstrom (AC) oder Gleichstrom (DC) – der Speicher in das bestehende Energiesystem eingebunden wird. Beide
Agri-PV
Definition & Einordnung Agri-Photovoltaik (Agri-PV) bezeichnet die gleichzeitige Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für Nahrungsmittelproduktion und Solarstromerzeugung. Ziel ist es, Flächenkonkurrenzen zu vermeiden und die Produktivität pro Fläche zu erhöhen, indem Landwirtschaft und Photovoltaik intelligent kombiniert werden. Technische Ausgestaltung und landwirtschaftlicher Nutzen
Arbeitspreis (Netzentgelt)
Definition & Einordnung Der Arbeitspreis ist der verbrauchsabhängige Bestandteil der Netzentgelte und wird in Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) berechnet. Er fällt für jede tatsächlich bezogene Kilowattstunde Strom an und deckt die variablen Kosten des Netzbetreibers für Betrieb, Instandhaltung und Nutzung
Atypische Netznutzung
Definition & Einordnung Atypische Netznutzung liegt vor, wenn ein Betrieb seine höchsten Lastspitzen außerhalb der definierten Hochlastzeiten des Stromnetzes verursacht. In diesem Fall wird das Netz nicht zu kritischen Zeiten belastet, sondern vielmehr entlastet. Netzbetreiber können für eine solche Netznutzung
Autarkiegrad
Definition & Einordnung Der Autarkiegrad beschreibt, welchen Anteil seines gesamten Strombedarfs ein Betrieb, eine Anlage oder ein Haushalt aus eigener Stromerzeugung decken kann. Typische Erzeugungsquellen sind Photovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerke (BHKW) oder Biogas- und Klärgasanlagen. Der Autarkiegrad wird in Prozent angegeben und
Batterie Management System (BMS)
Definition & Einordnung Das Batterie Management System (BMS) ist die zentrale Überwachungs- und Steuereinheit eines Batteriespeichers auf Zellebene. Es stellt sicher, dass alle Batteriezellen innerhalb ihrer zulässigen Betriebsgrenzen arbeiten und schützt die Batterie vor schädlichen Betriebszuständen. Das BMS ist damit
Batterie-Großspeicher
Definition & Einordnung Ein Batteriegroßspeicher ist ein stationäres Energiespeichersystem mit Kapazitäten typischerweise ab mehreren hundert Kilowattstunden bis in den Megawattstunden-Bereich. Solche Systeme kommen vor allem in Gewerbe, Industrie sowie bei Energieerzeugern zum Einsatz, um elektrische Energie zwischenzuspeichern und zeitversetzt bereitzustellen.
Batteriemodul
Definition & Einordnung Ein Batteriemodul ist die konstruktive Baueinheit zwischen einzelnen Batteriezellen und dem Gesamtspeicher. Es fasst mehrere Zellen zu einer handhabbaren, elektrisch und mechanisch definierten Einheit zusammen. Batteriemodule bilden damit die grundlegenden Bausteine moderner Batteriespeichersysteme und ermöglichen eine strukturierte,
Batteriespeicher
Definition & Einordnung Ein Batteriespeicher ist ein technisches System zur Speicherung elektrischer Energie in chemischer Form. Die gespeicherte Energie kann zeitlich versetzt wieder als Strom zur Verfügung gestellt werden, wodurch Erzeugung und Verbrauch voneinander entkoppelt werden. Batteriespeicher kommen überall dort
Batteriespeicherkraftwerk
Definition & Einordnung Ein Batteriespeicherkraftwerk ist ein stationärer Großspeicher im Megawatt- und Megawattstunden-Bereich, der im Kraftwerksmaßstab betrieben wird. Im Gegensatz zu kleineren Batteriespeichern steht hier nicht der Eigenverbrauch einzelner Nutzer im Vordergrund, sondern der Einsatz als aktiver Bestandteil des Stromsystems.
Batterietypen
Definition & Einordnung Unter Batterietypen versteht man die unterschiedlichen Zellchemien, die in Batteriespeichern eingesetzt werden. Die Wahl des Batterietyps hat wesentlichen Einfluss auf Sicherheit, Lebensdauer, Energiedichte, Kosten und den geeigneten Einsatzbereich eines Speichersystems. Für stationäre Batteriespeicher – insbesondere im Gewerbe-
Bauantrag für Batteriespeicher
Definition & Einordnung Ein Bauantrag für Batteriespeicher ist erforderlich, wenn ein stationäres Batteriespeichersystem eine genehmigungspflichtige Größe oder Bauform erreicht. Dies betrifft insbesondere Batterie- oder Batteriespeichergroßanlagen, wie sie im Gewerbe-, Industrie- oder Netzbereich eingesetzt werden. Ob eine Baugenehmigung notwendig ist, hängt
Bemessungsleistung
Definition & Einordnung Die Bemessungsleistung ist eine zentrale Kenngröße im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und beschreibt die durchschnittliche elektrische Leistung, die eine Anlage über ein Jahr hinweg erbringt. Sie berechnet sich als Quotient aus der im Jahr erzeugten Strommenge und der Anzahl
Blackout-Vorsorge
Definition & Einordnung Die Blackout-Vorsorge umfasst alle technischen und organisatorischen Maßnahmen, die einen Betrieb auch bei länger andauernden Stromausfällen handlungsfähig halten. Im Gegensatz zur kurzfristigen Notstromversorgung zielt die Blackout-Vorsorge darauf ab, kritische Prozesse über Stunden oder sogar Tage hinweg zuverlässig
Blockheizkraftwerk (BHKW)
Definition & Einordnung Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine dezentrale Energieerzeugungsanlage, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig elektrische Energie und nutzbare Wärme erzeugt. Als Brennstoffe kommen unter anderem Erdgas, Biogas, Klärgas oder Pflanzenöl zum Einsatz. Durch die gleichzeitige Nutzung von
C-Rate
Definition & Grundverständnis Die C-Rate beschreibt, wie schnell eine Batterie im Verhältnis zu ihrer Speicherkapazität geladen oder entladen werden kann. Sie stellt damit eine Kennzahl für die Leistungsfähigkeit eines Batteriespeichers dar. Eine C-Rate von 1C bedeutet, dass der Speicher innerhalb
Co-Substrat / Kofermentation
Definition & Einordnung Unter Kofermentation versteht man die gemeinsame Vergärung von Klärschlamm mit zusätzlichen organischen Materialien, den sogenannten Co-Substraten. Typische Co-Substrate sind Speisereste, Fette, Öle oder Flotatschlämme, die einen hohen organischen Energiegehalt aufweisen. Ziel der Kofermentation ist es, den Gasertrag
DC-gekoppelter Speicher
Definition & Einordnung Ein DC-gekoppelter Speicher ist ein Batteriespeichersystem, bei dem die Anbindung an eine Photovoltaikanlage auf der Gleichstromseite (DC) erfolgt – also vor dem Wechselrichter. Der von der PV-Anlage erzeugte Solarstrom kann dadurch direkt in die Batterie geladen werden,
Direktvermarktung
Definition & Grundprinzip Unter Direktvermarktung versteht man die Vermarktung von Strom aus Biogasanlagen außerhalb der festen Einspeisevergütung. Der Anlagenbetreiber verkauft seinen erzeugten Strom dabei direkt am Strommarkt, in der Regel über die Strombörse. Anstelle einer fixen Vergütung erhält der Betreiber
Dunkelflaute
Definition & Einordnung Eine Dunkelflaute bezeichnet eine meteorologische Wetterlage, bei der über mehrere Tage hinweg sowohl wenig Wind als auch geringe Sonneneinstrahlung auftreten. In diesen Phasen erzeugen Windkraft- und Photovoltaikanlagen nur sehr geringe Strommengen. Dunkelflauten treten typischerweise im Winterhalbjahr auf
Dynamischer Stromtarif
Definition & Einordnung Ein dynamischer Stromtarif koppelt den Strompreis für Verbraucher direkt an die stündlichen Börsenpreise am Strommarkt. Der Preis für eine Kilowattstunde Strom variiert dabei im Tagesverlauf und spiegelt Angebot und Nachfrage wider. Phasen mit hoher Stromerzeugung aus erneuerbaren
EEG-Auslauf / Ü20-Anlage
Definition & Einordnung Als Ü20-Anlagen werden Photovoltaikanlagen bezeichnet, deren 20-jährige EEG-Förderung ausgelaufen ist. Nach Ablauf dieser garantierten Einspeisevergütung erhalten Betreiber für eingespeisten Strom nur noch den aktuellen Marktwert, der häufig bei unter 10 ct/kWh liegt. Für viele landwirtschaftliche Betriebe stellt sich
Eigenstromquote
Definition & Einordnung Die Eigenstromquote gibt an, welcher Anteil des selbst erzeugten Stroms auch selbst verbraucht wird. Sie ist inhaltlich identisch mit dem Begriff Eigenverbrauchsanteil und wird häufig synonym verwendet. Die Eigenstromquote ist eine zentrale Kennzahl zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit
Eigenverbrauchsoptimierung
Definition & Einordnung Die Eigenverbrauchsoptimierung beschreibt das Ziel, möglichst viel des selbst erzeugten Stroms direkt vor Ort zu nutzen, anstatt ihn in das öffentliche Stromnetz einzuspeisen. Typische Erzeugungsanlagen sind Photovoltaikanlagen oder Blockheizkraftwerke (BHKW). Ohne zusätzliche Speichertechnik liegt die Eigenverbrauchsquote bei
Einspeisemanagement
Definition & Einordnung Einspeisemanagement bezeichnet die gezielte Reduzierung oder Begrenzung der Stromeinspeisung aus Erneuerbare-Energien-Anlagen bei Netzengpässen. Ziel ist es, die Stabilität des öffentlichen Stromnetzes zu sichern, wenn Leitungen oder Netzkomponenten temporär überlastet sind. Vom Einspeisemanagement betroffen sind vor allem Photovoltaik-
Energieautarke Kläranlage
Definition & Einordnung Eine energieautarke Kläranlage deckt ihren gesamten elektrischen Energiebedarf dauerhaft aus eigener Erzeugung und ist damit unabhängig vom externen Strombezug. Die Energie stammt typischerweise aus der Verstromung von Faulgas in Blockheizkraftwerken sowie ergänzend aus Photovoltaikanlagen. Energieautarkie ist für
Energieautarkie
Definition & Einordnung Energieautarkie bezeichnet die vollständige Selbstversorgung mit Energie ohne externen Bezug. Bezogen auf Strom bedeutet dies, dass der gesamte Energiebedarf eines Standorts aus eigener Erzeugung gedeckt wird – etwa durch Photovoltaik, Windenergie, Biogas oder Blockheizkraftwerke. Energieautarkie ist ein
Energiekostenoptimierung
Definition & Einordnung Energiekostenoptimierung bezeichnet die systematische Senkung der Stromkosten durch eine Kombination aus technischen, betrieblichen und steuerungsseitigen Maßnahmen. Ziel ist es, die Gesamtkosten der Stromversorgung nachhaltig zu reduzieren, ohne den Betrieb oder die Versorgungssicherheit einzuschränken. Insbesondere für Gewerbe- und
Energiemanagement Hof
Definition & Einordnung Energiemanagement auf dem Hof bezeichnet die systematische Erfassung, Analyse und Optimierung aller Energieflüsse eines landwirtschaftlichen Betriebs. Ziel ist es, Stromerzeugung, -verbrauch und -speicherung intelligent aufeinander abzustimmen, um Kosten zu senken, die Eigenversorgung zu erhöhen und die Versorgungssicherheit
Energiemanagementsystem (EMS)
Definition & Einordnung Ein Energiemanagementsystem (EMS) ist die zentrale Steuerungs- und Optimierungseinheit eines modernen Batteriespeichersystems. Es überwacht in Echtzeit die Stromerzeugung, den Stromverbrauch, den Ladezustand des Speichers sowie relevante Netzparameter. Auf Basis dieser Daten steuert das EMS den Energiefluss innerhalb
Energieversorgungsunternehmen (EVU)
Definition & Einordnung Ein Energieversorgungsunternehmen (EVU) ist ein Unternehmen, das Endkunden mit Strom, Gas oder Wärme beliefert. EVU bilden eine zentrale Schnittstelle zwischen Energieerzeugung, Großhandelsmärkten und Verbrauchern und übernehmen die kontinuierliche Versorgung von Haushalten, Gewerbe und Industrie. Aufgaben und Rolle
Engineering, Procurement & Construction (EPC)
Definition & Einordnung Engineering, Procurement & Construction (EPC) bezeichnet ein schlüsselfertiges Vertrags- und Liefermodell, bei dem ein Anbieter die vollständige Verantwortung für Planung, Beschaffung und Bau einer Anlage übernimmt. Der Auftraggeber erhält eine funktionsfähige Gesamtanlage aus einer Hand – in
Fahrplanoptimierung
Definition & Einordnung Die Fahrplanoptimierung bezeichnet die vorausschauende Planung der Stromerzeugung und Stromeinspeisung auf Basis von Preisprognosen, Wetterdaten und betrieblichen Verbrauchsmustern. Ziel ist es, Erzeugungsanlagen so zu steuern, dass sie ihre elektrische Energie zu wirtschaftlich optimalen Zeitpunkten bereitstellen. Besonders im
Faulgasnutzung
Definition & Einordnung Die Faulgasnutzung bezeichnet die energetische Verwertung des bei der Schlammfaulung in Kläranlagen entstehenden Gases. Dieses sogenannte Faulgas entsteht im Faulturm durch den anaeroben Abbau organischer Substanzen und weist einen hohen Methananteil auf. Als erneuerbarer Energieträger bietet Faulgas
Flexibilisierung (Biogas)
Definition & Einordnung Die Flexibilisierung bezeichnet bei Biogasanlagen die Umstellung vom klassischen Grundlastbetrieb auf einen bedarfsgerechten und marktorientierten Betrieb. Statt kontinuierlich und gleichmäßig Strom zu erzeugen, wird die Einspeisung zeitlich an Börsenstrompreise, Netzlast und Systemanforderungen angepasst. Hintergrund dieser Entwicklung sind
Flexibilitätsprämie / Flexzuschlag
Definition & Einordnung Die Flexibilitätsprämie beziehungsweise der Flexibilitätszuschlag ist ein zentrales Förderinstrument des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für Biogasanlagen. Ziel der Förderung ist es, Anlagenbetreiber zu motivieren, ihre Stromerzeugung vom kontinuierlichen Grundlastbetrieb auf eine bedarfsgerechte und flexible Einspeisung umzustellen. Flexible Biogasanlagen leisten
Flexibilitätsvermarktung
Definition & Bedeutung Flexibilitätsvermarktung bezeichnet die wirtschaftliche Nutzung der Fähigkeit, Stromerzeugung oder Stromverbrauch kurzfristig anzupassen. Diese Flexibilität wird am Energiemarkt gezielt vermarktet, um zusätzliche Erlöse neben klassischer Einspeisung oder Eigenverbrauch zu erzielen. Rolle von Batteriespeichern Batteriespeicher sind ideale Flexibilitätslieferanten: Sie
HVAC (Heating, Ventilation, Air Conditioning)
Definition & Einordnung HVAC steht für Heating, Ventilation, Air Conditioning und bezeichnet das System zur Heizung, Lüftung und Klimatisierung eines Batteriespeichers. In stationären Speichersystemen übernimmt HVAC die Aufgabe, die Batterie dauerhaft in einem definierten Temperaturbereich zu halten und damit einen
Hybridkraftwerk
Definition & Einordnung Ein Hybridkraftwerk bezeichnet die Kombination mehrerer Erzeugungstechnologien und Speichersysteme an einem Standort, die gemeinsam als integriertes Energiesystem betrieben werden. Im Unterschied zu Einzelanlagen werden Erzeugung, Speicherung und Verbrauch ganzheitlich betrachtet und technisch aufeinander abgestimmt. Hybridkraftwerke ermöglichen eine
Inselbetrieb
Definition & Einordnung Der Inselbetrieb bezeichnet einen Betriebsmodus von Batteriespeichersystemen, bei dem die angeschlossenen Verbraucher autark versorgt werden und keine Verbindung zum öffentlichen Stromnetz besteht. Der Inselbetrieb wird auch als Off-Grid- oder Ersatzstrombetrieb bezeichnet und kommt typischerweise bei Netzausfällen oder
Kapazität
Definition & Einordnung Die Kapazität eines Batteriespeichers gibt an, wie viel elektrische Energie der Speicher aufnehmen und wieder abgeben kann. Sie wird in Kilowattstunden (kWh) oder bei größeren Systemen in Megawattstunden (MWh) angegeben. Die Kapazität beschreibt damit nicht die Leistung
Klärgas / Faulgas
Definition & Einordnung Klärgas, auch als Faulgas bezeichnet, entsteht bei der anaeroben Behandlung von Klärschlamm in Faultürmen kommunaler oder industrieller Kläranlagen. Während des biologischen Abbauprozesses organischer Substanzen wird ein methanhaltiges Gas freigesetzt, das typischerweise zu 60 bis 70 Prozent aus Methan
Lastmanagement
Definition & Einordnung Lastmanagement umfasst alle Maßnahmen zur gezielten Steuerung des elektrischen Energieverbrauchs eines Betriebs oder einer Anlage. Ziel ist es, Stromverbrauch und Leistungsspitzen aktiv zu beeinflussen, um Kosten zu senken und den Energieeinsatz effizienter zu gestalten. Lastmanagement ist ein
Lastspitzenkappung (Peak Shaving)
Definition & Einordnung Die Lastspitzenkappung, auch als Peak Shaving bezeichnet, beschreibt die gezielte Reduktion kurzfristig auftretender Leistungsspitzen im Stromverbrauch eines Betriebs. Gewerbliche und industrielle Stromkunden zahlen ihren Strom nicht nur nach verbrauchten Kilowattstunden, sondern zusätzlich einen Leistungspreis, der sich an
Lithium-Eisen-Phosphat (LFP)
Definition & Einordnung Lithium-Eisen-Phosphat (LFP), auch als LiFePO4 bezeichnet, ist eine bewährte Zellchemie innerhalb der Lithium-Ionen-Batterietechnologien. Sie zeichnet sich insbesondere durch eine hohe Betriebssicherheit, eine lange Lebensdauer und eine ausgeprägte Temperaturstabilität aus. Im Vergleich zu anderen Lithium-Ionen-Typen enthält LFP kein
Maximum Power Point Tracking (MPPT)
Definition & Einordnung Maximum Power Point Tracking (MPPT) ist eine Regelungstechnik zur Maximierung der Leistung von Photovoltaikmodulen. Ziel des MPPT ist es, die PV-Anlage jederzeit in ihrem optimalen Arbeitspunkt (Maximum Power Point, MPP) zu betreiben, um den höchstmöglichen Energieertrag aus
Microgrid
Definition & Einordnung Ein Microgrid ist ein lokales Stromnetz mit eigener Erzeugung, Speicherung und intelligenter Steuerung, das sowohl netzparallel als auch autark betrieben werden kann. Es kann mit dem übergeordneten öffentlichen Stromnetz verbunden sein, ist aber technisch in der Lage,
Netzparallelbetrieb
Definition & Einordnung Der Netzparallelbetrieb bezeichnet den Standardbetriebsmodus eines Batteriespeichersystems, bei dem dieses dauerhaft mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden ist. In diesem Modus arbeitet der Batteriespeicher synchron zum Netz und kann sowohl elektrische Energie aus dem Netz beziehen als auch
Notstrom Stall / Lüftung
Definition & Einordnung Eine zuverlässige Notstromversorgung für Stall und Lüftung ist in der landwirtschaftlichen Tierhaltung lebenswichtig. In Geflügel-, Schweine- oder Rinderställen müssen Lüftungsanlagen, Fütterungstechnik und Überwachungssysteme unterbrechungsfrei betrieben werden. Bereits kurze Stromausfälle können zu kritischen Situationen für Tiergesundheit und Betriebssicherheit
Notstrombetrieb
Definition & Einordnung Der Notstrombetrieb beschreibt die Fähigkeit eines Batteriespeichersystems, bei einem Ausfall des öffentlichen Stromnetzes die Versorgung ausgewählter Verbraucher weiterhin sicherzustellen. In diesem Fall erkennt das System den Netzausfall automatisch und trennt sich innerhalb kürzester Zeit vom öffentlichen Netz.
Peak-Leistung
Definition & Einordnung Die Peak-Leistung (auch Spitzenleistung) eines Batteriespeichers beschreibt die maximal abrufbare elektrische Leistung, die der Speicher kurzfristig abgeben kann. Sie wird in Kilowatt (kW) oder bei großen Systemen in Megawatt (MW) angegeben. Die Peak-Leistung ist damit ein Maß
Post-EEG / EEG-Anschlussförderung
Definition & Einordnung Unter Post-EEG beziehungsweise EEG-Anschlussförderung versteht man die phase nach dem Auslaufen der gesetzlich garantierten EEG-Vergütung für Erneuerbare-Energien-Anlagen. Nach einer Förderdauer von 20 Jahren endet der Anspruch auf feste Einspeisevergütung, wodurch sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend verändern. Für
Regelenergie
Definition & Einordnung Regelenergie, auch als Regelleistung bezeichnet, dient der Stabilisierung des öffentlichen Stromnetzes bei kurzfristigen Abweichungen zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch. Da elektrische Energie nur begrenzt speicherbar ist, müssen Schwankungen im Netz jederzeit ausgeglichen werden, um Frequenz und Spannung stabil
Residuallast
Definition & Einordnung Die Residuallast beschreibt die Differenz zwischen dem aktuellen Stromverbrauch und der Einspeisung aus erneuerbaren Energien, insbesondere aus Wind- und Solaranlagen. Sie gibt an, wie viel elektrische Leistung zusätzlich aus anderen Quellen bereitgestellt werden muss, um den Bedarf
Schwarzstartfähigkeit
Definition & Einordnung Die Schwarzstartfähigkeit bezeichnet die Fähigkeit eines Energiesystems, nach einem vollständigen Stromausfall ohne externe Netzversorgung selbstständig wieder hochzufahren. Während viele Batteriespeicher lediglich auf einen bestehenden Netzanschluss angewiesen sind, kann ein schwarzstartfähiges System vollständig autark starten und den Energiefluss
Sektorenkopplung
Definition & Einordnung Sektorenkopplung bezeichnet die Verknüpfung der Energiesektoren Strom, Wärme und Verkehr, um erneuerbare Energie sektorübergreifend nutzbar zu machen. Ziel ist es, Strom aus erneuerbaren Quellen nicht nur im Elektrizitätssektor einzusetzen, sondern auch für Heizung, Mobilität und industrielle Prozesse
Speicherkraftwerk
Definition & Einordnung Ein Speicherkraftwerk ist eine Anlage zur Speicherung und bedarfsgerechten Abgabe elektrischer Energie im Kraftwerksmaßstab. Im Gegensatz zu klassischen Erzeugungskraftwerken produziert ein Speicherkraftwerk keinen Strom aus Primärenergie, sondern nimmt elektrische Energie auf, speichert sie zwischen und gibt sie
Spotmarkt / Day-Ahead-Markt
Grundlagen und Einordnung Der Spotmarkt ist der kurzfristige Handelsplatz für elektrische Energie an der Strombörse. Hier werden Strommengen mit kurzer Vorlaufzeit gehandelt, wobei sich die Preise frei nach Angebot und Nachfrage bilden. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Day-Ahead-Markt, auf
State of Health (SOH) / State of Charge (SOC)
Grundlagen und Definition Die Kennzahlen State of Charge (SOC) und State of Health (SOH) beschreiben den aktuellen Zustand und die langfristige Leistungsfähigkeit einer Batterie. Der SOC gibt den momentanen Ladezustand in Prozent an und ist vergleichbar mit der Tankanzeige eines
Stromautarkie Landwirtschaft
Definition & Einordnung Stromautarkie in der Landwirtschaft bezeichnet das Ziel, den gesamten Strombedarf eines landwirtschaftlichen Betriebs dauerhaft aus eigener Stromerzeugung zu decken. Ziel ist es, möglichst unabhängig vom öffentlichen Stromnetz zu werden und sich gegen steigende Strompreise sowie Versorgungsrisiken abzusichern.
Strompreisoptimierung
Definition & Einordnung Die Strompreisoptimierung beschreibt die gezielte Steuerung von Strombezug, Stromnutzung und Stromspeicherung auf Basis aktueller und prognostizierter Börsenstrompreise. Ziel ist es, elektrische Energie bevorzugt dann zu beziehen oder zu speichern, wenn die Preise niedrig sind, und sie zu
Systemdienstleistungen
Definition & Einordnung Systemdienstleistungen (SDL) sind Leistungen, die zur Stabilität und Funktionsfähigkeit des Stromnetzes erforderlich sind. Sie stellen sicher, dass Frequenz, Spannung und Leistungsflüsse im Netz jederzeit innerhalb zulässiger Grenzen bleiben. Systemdienstleistungen werden von Netzbetreibern gezielt ausgeschrieben und vergütet, da
Time Shift Betrieb
Definition & Einordnung Der Time-Shift-Betrieb, auch als zeitliche Verschiebung von Stromerzeugung und Stromverbrauch bezeichnet, beschreibt eine zentrale Funktion moderner Batteriespeichersysteme. Ziel ist es, elektrische Energie zu einem günstigen Zeitpunkt aufzunehmen und sie zeitversetzt wieder bereitzustellen, wenn der Bedarf oder der
TRAS-Notstromsystem
Definition & Einordnung Ein TRAS-Notstromsystem bezeichnet ein Notstrom- bzw. Sicherheitsstromsystem, das den Anforderungen der Technischen Regeln für Anlagensicherheit (TRAS) entspricht. Die TRAS konkretisieren gesetzliche Vorgaben aus dem Immissionsschutz- und Gefahrstoffrecht und gelten insbesondere für Anlagen und Betriebsbereiche, in denen mit
Überbauung (BHKW)
Definition & Einordnung Unter Überbauung versteht man bei Biogasanlagen die Installation zusätzlicher Blockheizkraftwerks-Leistung (BHKW) über die sogenannte Bemessungsleistung hinaus. Ziel der Überbauung ist es, die Stromerzeugung zeitlich zu flexibilisieren, indem in kurzen Zeitfenstern mit höherer Leistung Strom erzeugt wird. Eine
Vollbenutzungsstunden
Definition & Einordnung Vollbenutzungsstunden (VBH) geben an, wie viele Stunden eine Energieanlage theoretisch mit Nennleistung laufen müsste, um ihre im Jahr erzeugte Energiemenge zu produzieren. Sie sind eine wichtige Kennzahl zur Bewertung der Anlagenauslastung und werden häufig für Wirtschaftlichkeits- und
Wechselrichter (Inverter)
Definition & Einordnung Der Wechselrichter (englisch: Inverter) ist eine zentrale Kernkomponente jedes Batteriespeichersystems. Seine Hauptaufgabe besteht darin, den in der Batterie gespeicherten Gleichstrom (DC) in netzkonformen Wechselstrom (AC) umzuwandeln, damit die elektrische Energie im betrieblichen Stromnetz genutzt oder ins öffentliche