Definition & Einordnung
Atypische Netznutzung liegt vor, wenn ein Betrieb seine höchsten Lastspitzen außerhalb der definierten Hochlastzeiten des Stromnetzes verursacht. In diesem Fall wird das Netz nicht zu kritischen Zeiten belastet, sondern vielmehr entlastet. Netzbetreiber können für eine solche Netznutzung reduzierte Netzentgelte gewähren.
Regulatorischer Hintergrund und wirtschaftlicher Effekt
Die Hochlastzeiten werden vom jeweiligen Netzbetreiber netzgebietsspezifisch festgelegt und beziehen sich auf Zeiträume mit besonders hoher Netzauslastung. Kann ein Betrieb nachweisen, dass seine Jahreshöchstlast außerhalb dieser Zeitfenster liegt, sind Rabatte von bis zu 80 % auf den Leistungspreis möglich. Atypische Netznutzung ist damit ein äußerst wirkungsvolles Instrument zur Senkung der Netzentgelte, insbesondere für energieintensive Gewerbe- und Industriekunden.
Rolle von Batteriespeichern und praktische Umsetzung
Batteriespeicher ermöglichen es, Lastspitzen gezielt zu steuern und zeitlich zu verlagern. Durch intelligentes Lastmanagement und Peak-Shaving kann der Leistungsbezug während der Hochlastzeiten reduziert oder vollständig vermieden werden. So lassen sich die Voraussetzungen für eine atypische Netznutzung aktiv herstellen und dauerhaft einhalten. In Kombination mit einem Energiemanagementsystem wird die Netznutzung planbar optimiert und die Wirtschaftlichkeit des Betriebs deutlich gesteigert.