Definition & Einordnung
Regelenergie, auch als Regelleistung bezeichnet, dient der Stabilisierung des öffentlichen Stromnetzes bei kurzfristigen Abweichungen zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch. Da elektrische Energie nur begrenzt speicherbar ist, müssen Schwankungen im Netz jederzeit ausgeglichen werden, um Frequenz und Spannung stabil zu halten. Regelenergie wird genau für diesen Zweck eingesetzt und von Übertragungsnetzbetreibern kontinuierlich abgerufen. Mit dem zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien gewinnt Regelenergie weiter an Bedeutung, da wetterabhängige Erzeugung zu stärkeren und schnelleren Schwankungen führt. Batteriespeicher sind aufgrund ihrer hohen Reaktionsgeschwindigkeit besonders gut geeignet, diese Aufgabe zu übernehmen und aktiv zur Netzstabilität beizutragen.
Arten von Regelenergie und technische Anforderungen
Man unterscheidet grundsätzlich drei Arten von Regelenergie, die sich durch Reaktionszeit und Einsatzdauer unterscheiden. Die Primärregelleistung (FCR – Frequency Containment Reserve) muss innerhalb von Sekunden bereitgestellt werden und stabilisiert die Netzfrequenz unmittelbar nach einer Abweichung. Die Sekundärregelleistung (aFRR – automatic Frequency Restoration Reserve) greift innerhalb weniger Minuten ein und stellt die Frequenz wieder auf den Sollwert ein. Ergänzend kommt die Minutenreserve (mFRR – manual Frequency Restoration Reserve) zum Einsatz, die manuell aktiviert wird und längerfristige Ungleichgewichte ausgleicht. Batteriespeicher erfüllen die technischen Anforderungen dieser Märkte besonders effizient, da sie Leistung sehr schnell und präzise bereitstellen können. Voraussetzung ist eine geeignete Steuerung, Anbindung an den Regelenergiemarkt sowie die Einhaltung der jeweiligen technischen und regulatorischen Vorgaben.
Wirtschaftlicher Nutzen für Speicherbetreiber
Für Betreiber von Batteriespeichern stellt die Teilnahme am Regelenergiemarkt eine attraktive zusätzliche Einnahmequelle dar. Die Vergütung erfolgt in der Regel für die Bereitstellung von Leistung, unabhängig davon, wie oft die Energie tatsächlich abgerufen wird. Dadurch lassen sich stabile Erlöse erzielen, die den wirtschaftlichen Betrieb eines Speichersystems deutlich verbessern können. Besonders interessant ist Regelenergie als Ergänzung zu anderen Anwendungen wie Eigenverbrauchsoptimierung, Lastspitzenkappung oder Strompreisoptimierung. Durch die intelligente Kombination mehrerer Betriebsstrategien kann der Batteriespeicher flexibel eingesetzt und seine Auslastung maximiert werden. Richtig integriert wird Regelenergie so zu einem wichtigen Baustein eines wirtschaftlich optimierten und marktorientierten Speicherbetriebs.