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Flexibilisierung (Biogas)

Definition & Einordnung

Die Flexibilisierung bezeichnet bei Biogasanlagen die Umstellung vom klassischen Grundlastbetrieb auf einen bedarfsgerechten und marktorientierten Betrieb. Statt kontinuierlich und gleichmäßig Strom zu erzeugen, wird die Einspeisung zeitlich an Börsenstrompreise, Netzlast und Systemanforderungen angepasst. Hintergrund dieser Entwicklung sind volatile Strommärkte, steigende Anforderungen an die Netzstabilität sowie neue wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Flexible Biogasanlagen können gezielt in Hochpreis- oder Engpasszeiten einspeisen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Integration erneuerbarer Energien.

Klassische Flexibilisierung durch Überbauung

Traditionell wird die Flexibilisierung von Biogasanlagen durch eine Überbauung realisiert. Dabei werden zusätzliche Blockheizkraftwerke (BHKW) sowie größere Gasspeicher installiert, um die Stromerzeugung zeitlich zu verschieben. Das BHKW kann dann in kurzen Zeitfenstern mit hoher Leistung betrieben werden, während das erzeugte Biogas zwischengespeichert wird. Diese Lösung ist technisch erprobt, geht jedoch mit hohen Investitionskosten, zusätzlichem Platzbedarf und erhöhtem Wartungsaufwand einher. Zudem bleibt die Stromerzeugung weiterhin eng an den gasbasierten Prozess gekoppelt, was die Flexibilität begrenzen kann – insbesondere bei sehr kurzfristigen Markt- oder Netzsignalen.

Batteriespeicher als alternative Flexibilisierungslösung

Eine zunehmend attraktive Alternative zur Überbauung ist der Einsatz eines Batteriespeichers. In diesem Konzept läuft das bestehende BHKW weiterhin im optimalen Betriebspunkt, während der Batteriespeicher den erzeugten Strom zwischenspeichert. Die Einspeisung ins Netz erfolgt dann zeitlich flexibel – unabhängig vom momentanen Betrieb des BHKW. Diese Form der Flexibilisierung ermöglicht eine schnelle Reaktion auf Börsenpreise, Netzanforderungen oder Regelenergieabrufe. Gleichzeitig reduziert sie Investitions- und Betriebskosten, da keine zusätzlichen BHKW oder Gasspeicher erforderlich sind. In Kombination mit einem intelligenten Energiemanagementsystem (EMS) wird der Batteriespeicher zu einem effizienten Werkzeug, um Biogasanlagen wirtschaftlich zu flexibilisieren und langfristig wettbewerbsfähig auszurichten.

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