Batteriecontainer schlüsselfertig geliefert, 45 bis 180 kW
Sie bekommen den Speicher als fertigen Container auf die Fläche gestellt. Batterie, Wechselrichter, Steuerung, Klimatisierung und Sicherheitstechnik sind im Werk eingebaut und geprüft. Vor Ort bleiben Aufstellung und Netzanschluss.
Was ist ein Batteriecontainer?
Ein Batteriecontainer ist ein vorgefertigter Batteriespeicher in einem Standardcontainer, meist in den bekannten ISO-Containermaßen von 10, 20 oder 40 Fuß, also rund 3, 6 oder 12 Meter lang. Batteriesystem, Wechselrichter, Steuerung, Klimatisierung und Sicherheitstechnik baut Wattmeister bereits im Werk ein, verdrahtet sie und prüft das Gesamtsystem. Vor Ort bleiben zwei Schritte: aufstellen und anschließen. Kein Rohbau, keine individuelle Elektroplanung auf der Fläche. In Ausschreibungen und englischsprachigen Angeboten heißt dieselbe Technik BESS, also Battery Energy Storage System.
Damit lässt sich der Batteriecontainer klar von drei Begriffen abgrenzen, die in der Suche eng benachbart auftauchen, aber etwas anderes meinen.
Netzspeicher
Steht am Übertragungs- oder Verteilnetz und handelt dort Regelleistung oder andere Systemdienstleistungen für den Netzbetreiber. Sein Zweck: Netzstabilität.
Gewerbespeicher
Steht direkt beim Betrieb und senkt dessen Kosten, meist über Lastspitzenkappung und höheren Eigenverbrauch aus der eigenen PV-Anlage.
Großspeicher
Beschreibt nur eine Größenklasse, keine Bauweise. Er kann als Container ausgeführt sein, als Gebäude oder als Freiflächenanlage.
Der Batteriecontainer ist keiner dieser Anwendungsfälle. Er ist eine Bauform. Je nach Netzanschluss und Betriebsführung lässt sich derselbe Container als Netzspeicher betreiben, als Gewerbespeicher oder als eine von mehreren Einheiten in einem größeren Speicherpark. Die Bauweise entscheidet darüber, wie schnell und wie unkompliziert ein Projekt entsteht. Sie entscheidet nicht, wofür der Speicher am Ende genutzt wird. Genau diese Trennung ist für Industrie- und Gewerbebetriebe, Stadtwerke und Projektentwickler wichtig, wenn sie Angebote vergleichen: Zwei Anbieter können vom Container sprechen und trotzdem unterschiedliche Anwendungsfälle meinen.
Wer die Systemklasse Großspeicher mit allen Modellen und technischen Kennzahlen im Überblick sucht, findet sie auf der Seite Batteriegroßspeicher. Betriebe, die vor allem die eigenen Stromkosten senken wollen, finden beim Gewerbespeicher den passenderen Einstieg. Beide Seiten beschreiben denselben Container, nur die Auslegung und der Anwendungsfall unterscheiden sich.
Diese Seite hier erklärt die Bauform: Baugrößen, Aufstellung, Genehmigung und Brandschutz. Wie sich daraus ein wirtschaftlich wirksames Energiesystem ergibt, beschreibt die Seite Batteriespeicher Container.
Leistungsstufen und Kapazität
Der Wattmeister-Batteriecontainer kommt in drei Baugrößen. Alle folgen demselben Aufbau, unterscheiden sich aber in Containerlänge, Entladeleistung und Speicherkapazität.
WATTMEISTER S
- Containerlänge3 m
- Entladeleistung45 kW
- Speicher128 bis 384 kWh
Kleinere Standorte und Einzelanwendungen
WATTMEISTER M
- Containerlänge6 m
- Entladeleistung90 kW
- Speicher288 bis 864 kWh
Gewerbe- und Kommunalprojekte mittlerer Größe
WATTMEISTER L
- Containerlänge12 m
- Entladeleistung180 kW
- Speicher576 bis 1.728 kWh
Industrielle Lasten und Speicherparks
Die Ladeleistung liegt modellabhängig zwischen 30 und 120 kW, jeweils etwas niedriger als die Entladeleistung.
Alle drei Modelle teilen sich dieselbe Steuerungslogik. Hybrid- und Off-Grid-Betrieb sind möglich, ein Schwarzstart nach Netzausfall gehört zum Standard, und die Fernüberwachung läuft über ein zentrales Portal. Alle drei Modelle bieten denselben Funktionsumfang, nur die Größe wächst.
Reicht ein einzelner Container für ein Projekt nicht aus, schaltet Wattmeister mehrere Einheiten parallel. Schon drei Wattmeister L mit je bis zu 1.728 kWh ergeben zusammen mehr als 5.000 kWh Speicherkapazität, ohne dass sich am Grundprinzip etwas ändert. Jede zusätzliche Einheit ist wieder ein vollständig vorgefertigter Container mit eigenem Wechselrichter und eigener Steuerung, die sich in das Gesamtsystem einbindet. Die Anfangsgröße eines Projekts legt damit nicht die Obergrenze fest: Ein zweiter oder dritter Container lässt sich später ergänzen, wenn der Bedarf wächst.
Die vollständige technische Gegenüberstellung aller drei Modelle, inklusive Gewicht, Zyklenzahl und PV-Direktladeleistung, steht auf der Produktseite.
Was im Container steckt
Im Inneren eines Wattmeister-Containers arbeiten fünf Systeme zusammen. Wer ein Angebot prüft, findet in dieser Liste die Punkte, die den Unterschied zwischen einem geprüften Gesamtsystem und einer Ansammlung von Einzelteilen ausmachen.
Batteriesystem
LFP-Zellen (LiFePO4) mit einer Zyklenfestigkeit von über 6.000 Zyklen.
Wechselrichter
Wandelt Gleichstrom aus der Batterie in Wechselstrom für den Netzanschluss, bidirektional und passend zu Leistung und Kapazität des jeweiligen Modells ausgelegt.
Energiemanagement
Steuert Lade- und Entladezeitpunkte, Peak-Shaving und die Priorisierung von Verbrauchern bei Lastspitzen oder Netzausfall.
Klimasystem
Doppelt und redundant ausgelegt.
Sicherheitstechnik
Kontinuierliche Überwachung mit automatischer Abschaltung. Die Umschaltung auf Notstrom liegt bei unter 20 Millisekunden.
Bei einer Einzelanlage stammen Batterie, Wechselrichter und Steuerung häufig von unterschiedlichen Herstellern. Sie müssen erst auf der Baustelle zusammenfinden, oft mit abweichenden Protokollen, fehlenden Freigaben oder nachträglichen Anpassungen an der Verkabelung. Genau dort entstehen in der Praxis die meisten Verzögerungen. Und genau dort liegen auch die häufigsten Garantiefragen: Wer haftet, wenn zwei Komponenten verschiedener Hersteller nicht zusammenpassen?
Diese Abstimmung passiert im Container schon im Werk, bevor er zur Baustelle kommt. Jede Komponente ist auf die anderen eingestellt, verdrahtet und getestet, bevor der Container das Werk verlässt. Was vor Ort ankommt, ist kein Bausatz, sondern ein geprüftes Gesamtsystem aus einer Hand: eine Ansprechstelle für Fragen, ein Zertifikat für das Gesamtsystem, eine Dokumentation statt mehrerer.
Wo darf ein Batteriecontainer stehen?
Der Standort entscheidet in der Praxis oft früher über den Projektstart als jede Genehmigung. Vier Voraussetzungen sind dabei entscheidend, und alle vier lassen sich vor der Bestellung prüfen.
Tragfähige Fläche
Je nach Modell bringt der Container zwischen 3 und 15 Tonnen auf die Fläche. Ob eine verdichtete Fläche reicht oder ein eigenes Fundament nötig ist, hängt vom Baugrund vor Ort ab und wird bei der Standortprüfung geklärt, auch mit Blick auf Frost und Starkregen.
Zufahrt
Er kommt komplett montiert an, gehoben per Kran oder abgesetzt per Stapler. Beide Anliefermethoden brauchen Platz zum Manövrieren bis unmittelbar an die Aufstellfläche, über die reine Grundstückszufahrt hinaus.
Netzanschluss
Ein Netzanschlusspunkt muss in erreichbarer Nähe liegen, damit die Kabelwege kurz und die Anschlusskosten kalkulierbar bleiben. Je weiter der Anschlusspunkt entfernt liegt, desto mehr Aufwand entsteht abseits des Containers selbst.
Witterungsschutz
Der Container bringt seine eigene wetterfeste Hülle mit. Sonne, Regen und Frost wirken direkt auf das Gehäuse, ein zusätzliches Gebäude für die Unterbringung entfällt.
Wie groß der Abstand zu Nachbargebäuden oder zur Grundstücksgrenze sein muss, hängt vom Bundesland und vom konkreten Grundstück ab. Das klärt die Standortplanung vor der Aufstellung; die Bauweise des Containers spielt dabei keine Rolle. Wer diesen Punkt früh klärt, spart sich im weiteren Verlauf Rückfragen der Baubehörde. Für Projektentwickler und Stadtwerke bedeutet das vor allem eines: Die Standortfrage lässt sich schon in der Frühphase eines Projekts beantworten, oft noch bevor ein verbindliches Netzanschlussangebot vorliegt.
Typische Standorte
Betriebsgelände & Hofflächen
Der häufigste Standort: befestigte Flächen, die ohnehin für Fahrzeuge oder Lagerung ausgelegt sind.
Umspannwerksflächen
Kurze Wege zum Anschlusspunkt, oft bereits mit Netzanschluss in geeigneter Leistungsklasse.
Projektflächen für Speicherparks
Eigens ausgewiesene Flächen für mehrere Container, meist mit vorbereitetem Fundament für den gesamten Park.
So unterschiedlich diese drei Standorttypen sind: Alle bieten befestigten Untergrund, einen erreichbaren Netzanschluss und Platz für die Anlieferung. Mehr braucht der Container nicht, und das macht die Standortsuche meist einfacher als bei einem klassischen Neubau.
Welche Anlieferart am Ende zum Einsatz kommt, entscheidet sich meist erst bei der Standortbegehung. Ein Kranfahrzeug braucht mehr Rangierfläche als ein Stapler, kann den Container dafür auch über Hindernisse wie Zäune oder schmale Zufahrten hinweg direkt auf die vorbereitete Fläche setzen. Wo der Platz für einen Kran fehlt, etwa auf dicht bebauten Betriebsgeländen, übernimmt in der Regel der Stapler die Anlieferung. Beide Varianten fließen bei Wattmeister vorab in die Standortprüfung ein, damit der Liefertermin nicht an der letzten Zufahrt scheitert.
Braucht ein Batteriecontainer eine Baugenehmigung?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten, denn Baurecht ist Landesrecht. Ob ein Batteriecontainer eine Baugenehmigung braucht, hängt vom Bundesland, vom Standort und von der konkreten Aufstellsituation ab. Zwei Standorte mit demselben Container können deshalb unterschiedlich behandelt werden.
Auf Gewerbeflächen ist die Aufstellung in vielen Bundesländern verfahrensfrei oder im vereinfachten Verfahren möglich, besonders wenn der Container als technische Anlage eingestuft wird und nicht als Gebäude. Bei anderer Grundstückswidmung, in der Nähe von Wohnbebauung oder bei größeren Speicherparks mit mehreren Containern kann die Einordnung strenger ausfallen. Auch die Zahl der Container auf einer Fläche spielt eine Rolle: Ein einzelner Container wird oft anders behandelt als ein Park aus mehreren Einheiten. Bei Stadtwerken kommt meist ein weiterer Punkt hinzu: die Frage, ob die Fläche öffentlich gewidmet ist und welche Auflagen daraus entstehen.
Verbindlich klärt das ausschließlich die zuständige Baubehörde vor Ort. Wattmeister übernimmt diese Prüfung nicht, bereitet sie aber vor. Wir liefern die technischen Unterlagen, die Behörde und Netzbetreiber für ihre Prüfung brauchen, darunter Maße, Gewicht, elektrische Kennwerte und Sicherheitsnachweise. Das verkürzt die Abstimmung erheblich, ersetzt aber nicht die Entscheidung der Behörde selbst. Welche Prüfpunkte dabei typischerweise anfallen, fasst der Glossareintrag Bauantrag für Batteriespeicher zusammen.
Wer schon vor der Bestellung wissen will, wie die Einordnung am eigenen Standort ausfällt, klärt das am besten direkt mit uns und der zuständigen Behörde parallel. So lässt sich die Genehmigungsfrage vom kritischen Pfad des Projekts nehmen, bevor sie zum Verzögerungsrisiko wird.
Brandschutz und Sicherheit
Der Wattmeister ist ein TÜV-zertifiziertes Gesamtsystem, kein Batteriecontainer mit nachträglich angebauter Sicherheitstechnik. Zertifiziert wird der Container als Ganzes: Batterie, Wechselrichter, Klimasystem und Abschalttechnik zusammen. Für Betreiber und Versicherer ist das relevant, weil ein Gesamtsystem-Zertifikat auch das Zusammenspiel der Komponenten abdeckt. Das gilt für alle drei Modelle gleichermaßen, unabhängig von Containergröße oder Leistungsstufe.
Auf dem Containerdach trifft im Sommer die volle Sonneneinstrahlung, im Winter Frost. Innen davon unbeeinflusst arbeitet das Klimasystem, das die LFP-Zellen auch bei hoher Auslastung im sicheren Temperaturfenster hält. Es ist doppelt und redundant ausgelegt. Brandsensorik und Löschkapseln ergänzen es als feste Bestandteile der Sicherheitstechnik, zusammen mit einer optimierten Platzausnutzung im Container. Das wirkt sich über viele Betriebsjahre auf die Lebensdauer der Zellen aus.
Dazu kommt die Dauerüberwachung: Temperatur, Spannung und Zellzustand laufen kontinuierlich in die Steuerung ein. Überschreitet ein Wert die definierte Grenze, schaltet das System automatisch ab, bevor ein kritischer Zustand entstehen kann. Diese Abschaltung erfolgt ohne manuellen Eingriff, unabhängig davon, ob gerade jemand vor Ort ist.
Was Versicherer und Genehmigungsstellen in der Praxis sehen wollen, ist im Kern meist dasselbe: ein zertifiziertes Gesamtsystem mit dokumentierter Abschaltlogik und nachvollziehbarer Temperaturüberwachung. Der Wattmeister liefert das als festen Bestandteil des Containers. Für die Aufstellung auf Betriebsgeländen, Umspannwerksflächen oder in Speicherparks ist das häufig die Grundlage, auf der Versicherer und Behörden ihre eigene Prüfung aufbauen.
Was kostet ein Batteriecontainer?
Eine pauschale Zahl für das Gesamtprojekt gibt es nicht, auch wenn die Modelle feste Basispreise haben. Der Wattmeister wird für jedes Projekt einzeln ausgelegt, und mehrere Faktoren bestimmen zusammen den tatsächlichen Preis.
Die Leistungsstufe legt fest, welcher Wechselrichter und welche Anschlusstechnik zum Einsatz kommen. Ein Wattmeister S mit 45 kW braucht andere Komponenten als ein Wattmeister L mit 180 kW. Die Speicherkapazität wirkt zusätzlich: Je mehr Kilowattstunden verbaut sind, desto höher der Materialaufwand, unabhängig von der gewählten Leistungsstufe. Auch die Art der Anbindung spielt eine Rolle. AC-gekoppelte Systeme benötigen andere Wandler als DC-gekoppelte, und beide Varianten unterscheiden sich im Aufwand.
Der Funktionsumfang treibt den Preis ebenfalls. Notstrom mit Schwarzstartfähigkeit verlangt zusätzliche Schutz- und Steuerungstechnik. PV-Direktladen über DC-Kopplung braucht eigene Wandlerstufen. Wer nur Lastspitzen kappen will, kommt mit einer schlankeren Ausstattung aus als ein Betrieb, der Notstrom, PV-Direktladen und dynamische Tarife gleichzeitig nutzt.
Am Ende entscheidet der Standort mit. Liegt der Netzanschlusspunkt weit von der Aufstellfläche entfernt, steigen Kabel- und Tiefbaukosten. Fehlt ein Fundament, kommt dessen Bau als eigener Posten hinzu.
Die drei Modelle haben je einen eigenen Basispreis: 75.000 Euro für den Wattmeister S, 100.000 Euro für den Wattmeister M und 150.000 Euro für den Wattmeister L. Diese Werte stehen zusammen mit der vollständigen technischen Gegenüberstellung auf der Produktseite. Netzanschluss, Standortvorbereitung und der gewählte Funktionsumfang kommen zum Basispreis hinzu und ergeben zusammen den Projektpreis.
Der Projektpreis steht deshalb erst nach der individuellen Auslegung fest. Ein reiner Vergleich der Basispreise würde Netzanschluss, Standortvorbereitung und Funktionsumfang außer Acht lassen und im Einzelfall in die Irre führen. Die projektbezogene Kalkulation bildet den tatsächlichen Aufwand ab und liefert eine belastbare Grundlage für die Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Eine ausführliche Aufschlüsselung der Kostenfaktoren und der Amortisationslogik finden Sie im Ratgeber Was kostet ein Batteriespeicher Container?. Wer die eigene Wirtschaftlichkeit direkt überschlagen will, nutzt den Gewerbespeicher-Rechner.
Wofür Betriebe den Speicher einsetzen
Der Batteriecontainer ist ein Werkzeug für vier wiederkehrende Aufgaben. Welche davon im Vordergrund steht, hängt vom Betrieb ab, nicht vom Container selbst.
Bei Industrie- und Gewerbekunden mit hohem Leistungsbedarf steht meist die Lastspitzenkappung im Vordergrund. Kurze Verbrauchsspitzen treiben den Leistungspreis nach oben, selbst wenn die Jahresarbeit moderat bleibt. Der Container fängt diese Spitzen ab, bevor sie den Netzanschluss erreichen.
Betriebe mit eigener PV-Anlage und begrenzter Einspeisemöglichkeit setzen den Speicher stattdessen für Nulleinspeisung ein. Statt Überschussstrom abzuregeln oder zu niedrigen Preisen ins Netz zu drücken, speichert der Container ihn zwischen und stellt ihn dann bereit, wenn er im Betrieb gebraucht wird. Bei einer DC-gekoppelten Anbindung an die PV-Anlage entfällt dabei eine Wandlungsstufe.
Stadtwerke, Kläranlagen und andere Betreiber kritischer Infrastruktur nutzen die Schwarzstartfähigkeit. Fällt das Netz aus, übernimmt der Container innerhalb von Millisekunden und hält die Versorgung ohne externen Anlasser aufrecht. Nach einem vollständigen Blackout kann das System darüber hinaus selbstständig ein internes Netz aufbauen und definierte Verbraucher schrittweise wieder zuschalten, statt auf die Rückkehr des öffentlichen Netzes zu warten.
Wer den eigenen Stromeinkauf aktiv steuern will, lädt und entlädt nach Marktpreis. Die Steuerung erkennt günstige Zeitfenster automatisch. So lässt sich der Container einsetzen, um dynamische Stromtarife zu nutzen, statt durchgehend zu einem festen Preis einzukaufen. Was einen dynamischen Stromtarif von einem klassischen Fixpreisvertrag unterscheidet, erklärt das Glossar.
Die vier Anwendungen schließen sich nicht aus. In der Praxis kombiniert ein einzelner Container meist mehrere davon, weil dieselbe Hardware, einmal ausgelegt, für alle vier Aufgaben zur Verfügung steht. Welche Kombination sich lohnt, hängt auch davon ab, ob der Container als Gewerbespeicher direkt beim Betrieb steht oder als eine von mehreren Einheiten in einem Speicherpark läuft: Je nach Rolle verschieben sich die Prioritäten zwischen Lastspitzenkappung, Nulleinspeisung, Notstrom und Tarifsteuerung. Weitere Fachbegriffe rund um Speicher und Netz erklärt unser Glossar.
Beispiel aus der Praxis: Kläranlage Regnitzlosau
Die Kläranlage Regnitzlosau verbraucht rund 210.000 kWh Strom im Jahr und war zuvor vollständig auf das öffentliche Netz angewiesen. Eine Notstromversorgung gab es nicht, obwohl die Anlage zu den größten Stromverbrauchern der Kommune zählt.
Die Gemeinde entschied sich für einen Wattmeister M mit 498 kWh Speicherkapazität. Dazu kam eine neue 288 kWp DC-gekoppelte PV-Anlage, die direkt in den Speicher einspeist. Die bestehende Dach-PV mit 25 kWp blieb AC-gekoppelt erhalten und unterstützt das System zusätzlich, besonders im Winterbetrieb.
Diese Kombination löst zwei Probleme gleichzeitig. Vor der Umrüstung wurde der PV-Strom sofort verbraucht oder eingespeist, eine Verschiebung in andere Tageszeiten war nicht möglich. Mit dem Speicher lässt sich die Erzeugung jetzt dorthin verschieben, wo sie im Betrieb gebraucht wird. Gleichzeitig übernimmt der Container bei einem Netzausfall automatisch die Versorgung und schützt damit einen sicherheitsrelevanten Teil der kommunalen Infrastruktur.
Für Kommunen und Stadtwerke mit ähnlicher Ausgangslage zeigt das Projekt, wie sich Bestands-PV, neue PV und Speicher zu einem einzigen System verbinden lassen, statt getrennt nebeneinander zu laufen. Die vollständige Fallbeschreibung mit allen Kennzahlen steht in der Referenz Kläranlage Regnitzlosau. Ein vergleichbares Projekt in der Biogasbranche beschreibt die Referenz Bioenergie Regnitzlosau.
Von der Anfrage bis zum Betrieb
Drei Phasen führen von der ersten Anfrage zum laufenden Betrieb. Ab der Projektfreigabe dauert der gesamte Weg typischerweise 8 bis 12 Wochen.
In der ersten Phase legt Wattmeister den Container auf Basis von Lastprofil, Standort und gewünschtem Funktionsumfang aus. Erst danach beginnt die Fertigung. Batteriesystem, Wechselrichter, Steuerung, Klimatisierung und Sicherheitstechnik werden im Werk eingebaut, verdrahtet und geprüft, bevor der Container das Werk verlässt.
In der zweiten Phase kommt der fertige Container per Kran oder Stapler auf die vorbereitete Fläche. Vor Ort bleiben zwei Arbeitsschritte: aufstellen und an das bestehende Energiesystem anschließen. Anschließend folgt die Inbetriebnahme. Die Steuerung wird auf die tatsächlichen Lastprofile und die gewünschten Betriebsstrategien eingestellt, bevor der Container in den Regelbetrieb übergeht.
In der dritten Phase läuft der Container automatisiert. Er kappt Lastspitzen, lädt aus PV oder Netz und stellt je nach Konfiguration bei Bedarf Notstrom bereit. Wächst der Bedarf später, lässt sich ein weiterer Container ergänzen, ohne dass sich am Grundprinzip etwas ändert.
Häufige Fragen zum Batteriecontainer
Sind Batteriespeicher genehmigungspflichtig?
Das entscheidet sich nach Landesbaurecht und hängt vom Aufstellort ab. Auf Gewerbeflächen ist die Aufstellung häufig verfahrensfrei oder läuft im vereinfachten Verfahren. Verbindlich klärt das die zuständige Baubehörde. Wir liefern die technischen Unterlagen, die Behörde und Netzbetreiber dafür brauchen.
Wie viel kostet ein 500 kWh Batteriespeicher?
500 kWh fallen in die Klasse Wattmeister M, die 288 bis 864 kWh abdeckt, mit einem Basispreis von 100.000 Euro als Ausgangspunkt. Was den Endpreis danach bewegt, sind vor allem die AC- oder DC-Anbindung, der Netzanschluss und die Standortvorbereitung. Die endgültige Auslegung erfolgt projektbezogen.
Wo darf man einen Batteriecontainer nicht aufstellen?
Ausgeschlossen sind vor allem Flächen ohne tragfähigen Untergrund, ohne Zufahrt für Kran oder Stapler und ohne erreichbaren Netzanschlusspunkt. Auch Mindestabstände zu Nachbargebäuden und zur Grundstücksgrenze spielen eine Rolle, deren genaue Werte sich nach Bundesland und Grundstück richten. Verbindlich klärt das immer die zuständige Baubehörde vor Ort, nicht die Bauweise des Containers selbst.
Wie lange hält ein Batteriecontainer?
Die LFP-Zellen im Wattmeister sind auf über 6.000 Zyklen ausgelegt. Das redundante Klimasystem hält die Batterien dauerhaft im sicheren Temperaturfenster und schützt so die Lebensdauer über viele Betriebsjahre. Die kontinuierliche Zustandsüberwachung erkennt Abweichungen frühzeitig, bevor sie zu einem Ausfall führen.
Wie groß ist ein Batteriecontainer?
Der Wattmeister kommt in drei Baugrößen: 3, 6 oder 12 Meter Containerlänge, angelehnt an die gängigen ISO-Maße von 10, 20 und 40 Fuß. Welche Größe passt, richtet sich nach der benötigten Leistung und Speicherkapazität.
Kann man einen Batteriecontainer mieten?
Je nach Projekt sind neben dem Kauf auch andere Modelle denkbar, etwa Contracting oder eine projektbezogene Finanzierung. Der standardisierte Aufbau des Wattmeisters erleichtert dabei die Bewertung durch Finanzierungspartner, weil Leistung und Kapazität klar definiert sind. Welche Variante wirtschaftlich am sinnvollsten ist, klärt sich in der projektspezifischen Betrachtung mit unserem Team.
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