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Co-Substrat / Kofermentation

Definition & Einordnung

Unter Kofermentation versteht man die gemeinsame Vergärung von Klärschlamm mit zusätzlichen organischen Materialien, den sogenannten Co-Substraten. Typische Co-Substrate sind Speisereste, Fette, Öle oder Flotatschlämme, die einen hohen organischen Energiegehalt aufweisen. Ziel der Kofermentation ist es, den Gasertrag im Faulturm deutlich zu steigern und damit die energetische Nutzung der vorhandenen Infrastruktur zu optimieren. Für viele Kläranlagen ist die Kofermentation ein zentraler Baustein auf dem Weg zu höherer Energieeffizienz und Autarkie.

Auswirkungen auf Gasproduktion und Stromerzeugung

Durch den Einsatz geeigneter Co-Substrate kann die Biogasproduktion erheblich gesteigert werden. Der erhöhte Methanertrag führt zu einer höheren Strom- und Wärmeerzeugung in den angeschlossenen Blockheizkraftwerken (BHKW). In vielen Fällen entwickelt sich die Kläranlage dadurch vom reinen Stromverbraucher zum netto Stromerzeuger. Gleichzeitig verändern sich die energetischen Lastprofile: Die zusätzliche Strommenge fällt nicht immer synchron mit dem Eigenverbrauch an. Ohne geeignete Flexibilitätsmaßnahmen wird überschüssiger Strom häufig zu ungünstigen Zeiten eingespeist, was das wirtschaftliche Potenzial der Kofermentation begrenzt.

Rolle von Batteriespeichern und Vermarktung

Mit zunehmender Kofermentation steigt der Bedarf an Flexibilität und Speicherfähigkeit. Ein Batteriespeicher ermöglicht es, den zusätzlich erzeugten Strom zwischenzuspeichern und gezielt für den Eigenverbrauch, zur Lastspitzenkappung oder zur preisoptimierten Einspeisung zu nutzen. In Kombination mit einem intelligenten Energiemanagementsystem (EMS) lassen sich Lade- und Entladevorgänge optimal steuern und Erlöspotenziale aus Strompreisunterschieden oder Regelenergie erschließen. Batteriespeicher werden damit zu einem entscheidenden Bindeglied zwischen gesteigerter Gasproduktion durch Kofermentation und einer wirtschaftlich optimalen Nutzung der zusätzlichen Energie.

Flexibilitätsvermarktung 2 Wirtschaft OBERBEGRIFF für Zusatzerlöse aus Regelenergie und Börsenhandel. Flexibilitätsvermarktung bezeichnet die Vermarktung der Fähigkeit, Stromerzeugung oder -verbrauch kurzfristig anzupassen. Batteriespeicher sind ideale Flexibilitätslieferanten: Sie können in Sekunden von Laden auf Entladen wechseln. Erlösquellen sind der Regelenergiemarkt (FCR, aFRR, mFRR), der Intraday-Markt und zunehmend lokale Flexibilitätsmärkte. Die Flexibilitätsvermarktung kann einen erheblichen Teil der Speichererlöse ausmachen.

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