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Direktvermarktung

Definition & Grundprinzip

Unter Direktvermarktung versteht man die Vermarktung von Strom aus Biogasanlagen außerhalb der festen Einspeisevergütung. Der Anlagenbetreiber verkauft seinen erzeugten Strom dabei direkt am Strommarkt, in der Regel über die Strombörse. Anstelle einer fixen Vergütung erhält der Betreiber den jeweils erzielten Marktpreis und beteiligt sich aktiv am Stromhandel. In der Praxis übernimmt ein Direktvermarkter die operative Abwicklung. Dieser kümmert sich um Erzeugungsprognosen, die Platzierung der Strommengen am Markt sowie die Abrechnung gegenüber dem Anlagenbetreiber. Direktvermarktung ist damit die technische und wirtschaftliche Voraussetzung für einen marktorientierten und flexiblen Anlagenbetrieb.

Marktprämienmodell und Rolle des Direktvermarkters

Im Rahmen des Marktprämienmodells wird die Differenz zwischen dem erzielten Börsenstrompreis und dem anzulegenden Wert aus dem EEG über die Marktprämie ausgeglichen. Dadurch wird sichergestellt, dass Anlagenbetreiber trotz schwankender Marktpreise eine gewisse Erlössicherheit behalten. Gleichzeitig entstehen Anreize, Strom gezielt in Hochpreisphasen einzuspeisen. Der Direktvermarkter spielt dabei eine zentrale Rolle. Er bündelt Anlagen, erstellt Einspeiseprognosen, steuert die Vermarktung und übernimmt die bilanziellen Verpflichtungen. Für Betreiber reduziert sich dadurch der organisatorische Aufwand, während sie von professioneller Marktanbindung profitieren.

Bedeutung für Flexibilisierung und Wirtschaftlichkeit

Die Direktvermarktung ist eine wesentliche Voraussetzung für die Flexibilisierung von Biogasanlagen und für den Erhalt der Flexibilitätsprämie. Nur wer seine Einspeisung aktiv an Marktpreise anpassen kann, ist in der Lage, die wirtschaftlichen Potenziale flexibler Fahrweisen vollständig auszuschöpfen. Durch die Kombination aus Direktvermarktung, flexibler Erzeugung und technischer Unterstützung – etwa durch Batteriespeicher – lassen sich Erlöse gezielt steigern. Strom kann bevorzugt in Hochpreiszeiten eingespeist oder zwischengespeichert werden. Damit wird die Direktvermarktung zu einem zentralen Baustein, um Biogasanlagen wirtschaftlich erfolgreich und zukunftssicher zu betreiben, insbesondere in der Post-EEG-Phase.

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