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Flexibilitätsprämie / Flexzuschlag

Definition & Einordnung

Die Flexibilitätsprämie beziehungsweise der Flexibilitätszuschlag ist ein zentrales Förderinstrument des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für Biogasanlagen. Ziel der Förderung ist es, Anlagenbetreiber zu motivieren, ihre Stromerzeugung vom kontinuierlichen Grundlastbetrieb auf eine bedarfsgerechte und flexible Einspeisung umzustellen. Flexible Biogasanlagen leisten einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und zur Integration fluktuierender erneuerbarer Energien. Die Förderung knüpft dabei an die Erhöhung der installierten elektrischen Leistung über die sogenannte Bemessungsleistung hinaus an und honoriert die zusätzliche Flexibilitätsbereitstellung.

Flexibilitätsprämie für Bestandsanlagen

Für Bestandsanlagen wird die Flexibilitätsprämie als feste Zahlung für zusätzlich installierte elektrische Leistung gewährt. Sie beträgt 130 Euro pro Kilowatt und Jahr (€/kW·a) und wird über einen Zeitraum von zehn Jahren gezahlt. Voraussetzung ist, dass die Anlage technisch so ausgelegt wird, dass sie ihre Leistung flexibel abrufen kann, etwa durch zusätzliche BHKW-Leistung, Speicher oder andere Flexibilitätsmaßnahmen. Seit dem EEG 2021 gelten zudem verschärfte Anforderungen: Flexibilisierte Anlagen müssen mindestens 1.000 Stunden pro Jahr eine Leistung von 85 Prozent ihrer installierten elektrischen Leistung tatsächlich abrufen. Damit soll sichergestellt werden, dass die geförderte Flexibilität auch real im System genutzt wird.

Flexibilitätszuschlag für Neuanlagen und Rolle von Batteriespeichern

Für Neuanlagen erfolgt die Förderung nicht mehr über die klassische Flexibilitätsprämie, sondern über einen Flexibilitätszuschlag im Rahmen der EEG-Ausschreibungen. Die Höhe des Zuschlags ergibt sich aus dem Ausschreibungsergebnis und ist Bestandteil der gebotenen Vergütung. Auch hier steht die bedarfsgerechte Einspeisung im Fokus. Batteriespeicher gewinnen in diesem Kontext zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen es, Flexibilitätsanforderungen zu erfüllen, ohne umfangreiche Überbauungen mit zusätzlichen BHKW und Gasspeichern vornehmen zu müssen. In Kombination mit einem Energiemanagementsystem (EMS) können Batteriespeicher die Einhaltung der Förderbedingungen unterstützen, Lastprofile glätten und zusätzliche Erlöspotenziale erschließen. Damit werden sie zu einem wichtigen Baustein moderner Flexibilisierungskonzepte im Biogasbereich.

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