Heute wurde in der ersten Kabniettssitzung nach der politischen Sommerpause das sogenannte Solarpaket 1 beraten. Nach den beiden Photovoltaikgipfeln des Bundeswirtschaftsministeriums hat das Parlament nun dem finalen Vorschlag zugestimmt. Das sind vor allem für alle, die sich für Balkonkraftwerke interessieren oder bereits eins besitzen, interessante Neuigkeiten. Wir wollen Euch einen kurzen Überblick über die wesentlichen Punkte des Solarpakets vorstellen.

Worum geht’s genau?

Das Solarpaket 1 ist eine staatliche Initiative, die darauf abzielt, den Ausbau der Solarenergie in Deutschland voranzutreiben. Es wurde eingeführt, um die Nutzung von Solaranlagen auf privaten Wohngebäuden zu fördern und die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen zu erhöhen. Das Paket bietet finanzielle Anreize und Unterstützung für Hausbesitzer, die Solarenergie nutzen möchten. Das entsprechende Gesetz soll aller Voraussicht nach im Herbst verabschiedet werden.

Hauptpunkte des Solarpakets 1 sind:

  1. Förderung von Solaranlagen: Das Solarpaket 1 bietet finanzielle Anreize, um den Einbau von Solaranlagen auf Dächern von Privathäusern zu fördern. Diese Anlagen erzeugen Strom aus Sonnenlicht und tragen zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei.
  2. Einspeisevergütung: Hausbesitzer, die Solarenergie produzieren, können den überschüssigen Strom in das öffentliche Netz einspeisen. Dafür erhalten sie eine Einspeisevergütung, die ihnen eine zusätzliche Einnahmequelle bietet.
  3. Netzanschluss und Abrechnung: Das Paket erleichtert den Prozess des Netzanschlusses für Solaranlagen und regelt die Abrechnung des eingespeisten Stroms mit dem Netzbetreiber.
  4. Beratung und Information: Um Hausbesitzern den Einstieg in Solarenergie zu erleichtern, werden Beratungs- und Informationsdienste angeboten. Diese helfen bei der Auswahl der richtigen Solaranlage, der Installation und der Einhaltung der Vorschriften.
  5. Umweltfreundlichkeit und Klimaschutz: Durch die verstärkte Nutzung von Solarenergie wird der Ausstoß von Treibhausgasen reduziert, was einen positiven Beitrag zum Umweltschutz und zur Bekämpfung des Klimawandels leistet.
  6. Wirtschaftliche Vorteile: Solaranlagen können langfristig die Stromrechnungen der Hausbesitzer senken, da der selbst erzeugte Strom teilweise oder vollständig den Bedarf decken kann. Die Einspeisevergütung kann zusätzliche Einnahmen generieren.
  7. Langfristige Investition: Die Installation einer Solaranlage ist eine langfristige Investition, die nicht nur den Wert der Immobilie steigern kann, sondern auch dazu beiträgt, langfristige Energiekosten zu senken.

Das Solarpaket 1 zielt darauf ab, die Solarenergie in Deutschland populärer zu machen, indem es finanzielle Anreize und Unterstützung für Hausbesitzer bietet. Es fördert nicht nur den Umstieg auf umweltfreundliche Energiequellen, sondern hat auch positive Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der Haushalte und den Umweltschutz.

Was ändert sich für Mini-Solar und Balkonkraftwerke?

Balkonkraftwerke sind kleine Solarenergieanlagen, die auf Balkonen oder Terrassen installiert werden können. Diese Anlagen sind in der Regel kleiner und haben eine geringere Leistung im Vergleich zu traditionellen Dach-Solaranlagen. Aber auch hier wurden einige Punkte mit verabschiedet, die eine Verwendung ab dem 01.01.2024 deutlich vereinfachen.

Im Wesentlichen sind das:

  1. Vereinfachte Anmeldung: Ab nächstem Jahr wird es nur noch vorgeschrieben sein, sein Balkonkraftwerk im zentralen Marktstammdatenregister, der Datenbank für Solar von der Bundesnetzagentur, einzutragen. Das soll auch vereinfacht möglich sein. Die Anmeldung hier ist kostenlos und dauert in der Regel einmalig wenige Minuten. Anders als bis Dato entfällt damit die gesonderte Anmeldung beim jeweiligen regionalen Netzbetreiber.
  2. Höhere Bagatellgrenze bei der Einspeiseleistung: Aktuell dürfen nur Balkonkraftwerke mit einer maximalen Einspeiseleistung von bis zu 600 W angeschlossen werden
  3. Rückwärtsdrehende Zähler: Hierzu schreibt das Bundeswirtschaftsministerium auf seiner Website, „Die Inbetriebnahme von Balkon-PV-Anlagen soll nicht dadurch behindert werden, dass zunächst ein Zweirichtungszähler eingebaut werden muss. Daher sollen übergangsweise bis zur Installation eines geeichten Zweirichtungszählers rückwärtsdrehende Zähler geduldet werden“.
  4. Was ist mit dem Thema Schuko-Stecker? Hier hat der Gesetzgeber keine genauen Vorgaben gemacht und das Thema der technischen Normung, genauer gesagt dem VDE (Verband der Elektrotechnik), bzw. der DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik) überlassen. Diese überarbeitet hierfür die technische Norm aktuell. Zu erwarten ist, dass der Schuko-Stecker als alleinige Lösung – vergleichbar mit den anderen EU-Ländern – somit in Zukunft auch kein Problem ist.
  5. Keine Ablehung mehr durch Vermieter: In sehr seltenen Fällen haben Vermieter in der Vergangenheit Einwände bei Balkonkraftwerken gehabt. Das ist in Zukunft vom Tisch. Solar, und Balkonkraftwerke hier im Speziellen, sind können vom Vermieter nicht mehr abgelehnt werden. Grundlage ist hier das höhere Interesse des Umweltschutzes.