Immer wieder liest und hört man, dass es für den Anschluss und Betrieb eines Balkonkraftwerks eines besonderen Stromsteckers bedarf. Gerade solche Begriffe wie „Wieland“ oder Energiesteckvorrichtung fallen hierbei. Soviel kann man schon verraten: Es ist nicht zwingend erforderlich, einen speziellen Stecker zu verwenden. Der Betrieb eines Balkonkraftwerks mit Schuko ist völlig legal. Wieso, erklären wir in diesem Artikel.

Unterschied Wieland- und Schuko-Stecker

Wer sich bislang noch nicht näher mit dem Thema beschäftigt hat, wird früher oder später über den Begriff Wieland-Stecker oder Einspeisestecker stolpern. Der Grund ist eine sicherheitstechnische Überlegung, weshalb vor einiger Zeit der Einspeisestecker gegenüber einem herkömmlichen Schuko-Stecker für die Steckdose ins Spiel gebracht wurde.

Ein Einspeisestecker hat im Gegensatz zum Schuko-Stecker keine freiliegenden Pole. Der Schuko-Stecker zeichnet sich bekanntermaßen durch die zwei silbernen „Pinnen“ aus, die im Zweifel auch leicht berührt werden können. Anders als bei anderen Haushaltsgeräten gibt ein Balkonkraftwerk hingegen Strom ab und daher bestünde – theoretisch – die Möglichkeit, dass bei Berührung der Kontakte an einem Schuko-Stecker ein Stromschlag kommt. Das ist allerdings in der Praxis bei sachgerechter Elektronik nicht möglich, da die Wechselrichter, die den Strom einspeisen, einen sogenannten NA-Schutz haben und damit nur Strom fließt, wenn der Schuko-Stecker tatsächlich mit einer Leitung verbunden ist.

Einspeisestecker haben keine freiliegenden Kontakte. Diese sind in einer Kunststoff-Fassung versteckt. Der Nachteil bei dem Einspeisestecker ist, dass hierfür eine spezielle Steckdose durch einen Elektriker noch verbaut werden müsste, während normale Schuko-Steckdose überall in der Wohnung bereits vorhanden sind.

In den letzten Jahren wurde daher eine Diskussion geführt, ob ein Schuko-Stecker ausreicht oder mehr Wert auf Sicherheit gelegt werden soll. Inzwischen sind sich Bundesnetzagentur, Politik und der VDE einig, dass der Schuko-Stecker vollkommen in Ordnung ist und es keine besondere Einspeisestecker benötigt.

Mein Netzbetreiber oder Vermieter schreibt einen Wieland-Stecker vor

Das ist natürlich erstmal ein gutes Recht des Vermieters oder des Netzbetreibers, einen Wieland-Anschluss zu wünschen, stellt allerdings in keiner Weise einen Zwang dar, dem auch zu folgen. Weder von Gesetzes wegen, noch durch technisch gültigen Normen (nicht zu verwechseln mit VOR-Normen) sind Wieland-Stecker verpflichtend.

Oftmals wird aus z. T. Unwissenheit oder besonderer Vorsicht vorgegeben, einen Wieland-Stecker zu nutzen. Man kann aber davon ausgehen, dass in naher Zukunft Schuko-Stecker, wie in anderen Ländern auch, jeden Zweck hier erfüllen.

Förderprogramme wollen oft keinen Schuko

Es gibt mittlerweile über 100 verschiedene kleine und große Fördertöpfe für den Kauf eines Balkonkraftwerks in ganz Deutschland. Viele Förderprogramme geben bestimmte Kriterien vor, die erfüllt werden müssen, wenn man die Förderung erhalten möchte. Oftmals wird dabei auch auf eine entsprechende Energiesteckvorrichtung, also eine Wieland-Steckdose o. ä., hingewiesen. In diesem Falle macht es durchaus Sinn, sich für die Förderung einen entsprechenden Anschluss mitzubestellen.

Es ist daher sinnvoll, wenn man eine Förderung erhalten möchte, sich vorher einmal schlau zu machen, welche Voraussetzungen es gibt. Wir haben hierzu eine Übersicht aller bekannten Förderprogramme für Mini-Solar in Deutschland zusammengestellt.

 

Euer Team von Wattmeister